Schlag die Tresenschlampen

Schlag die Tresenschlampen | Café KWEER – Bremen


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Eine wichtige Sache vorab: Dieser Bericht hat leider einen sehr ernsten Hintergrund. Aus der Zeitung haben wir erfahren, dass das Rat&Tat–Zentrum für queeres Leben e.V. in Bremen zum wiederholten Male mit Buttersäure attackiert worden ist. Das RAT&TAT berät Menschen in schwierigen Lebensituationen und bietet einen Schutzraum für die Bremer Community. Wir von Pubquiztime verurteilen diese bösartigen und vor allem feigen Attacken aufs äußerste und haben uns deshalb für einen Solidaritätsbesuch mit Quiz-Review entschieden. Neben der Beratungsarbeit hat sich im dort angegliederten Café KWEER nämlich außerdem eine der wichtigsten Bremer Kneipenquiz-Locations herausgebildet. Mit dem KWEER-Denker-Quiz, Schlag die Tresenschlampen und auch dem Städte-Cup des Deutschen-Quiz-Vereins e.V. finden dort gleich mehrere Quizveranstaltungen regelmäßig statt.

Café KWEER bei Nacht - © Hartmut Müller/Rat & Tat

Café KWEER bei Nacht – © Hartmut Müller/Rat & Tat

Wir sind überpünktlich und werden freundlich von Addi, Jan und Kim, dem „Schlag die Tresenschlampen“-Team, empfangen und plaudern noch etwas über Bremen und die aktuelle Situation. Während wir uns unterhalten trudeln nach und nach mehr Gäste ein, die sich allesamt zu und um uns an die Bar gesellen. Als sich eine ausreichend große Traube gebildet hat, beginnt das Quiz mit einer kurzen Einführung in die Regeln. Diese sind schnell erklärt, da nahezu identisch mit „Wer wird Millionär?“. Der Publikumsjoker entfällt jedoch, da alle Gäste gemeinsam gegen das Barpersonal antreten und sich bei jeder Frage beraten dürfen und sollen. Stattdessen darf man jedoch eine Frage schieben und bekommt an deren Stelle eine Ersatzfrage. Wird die zehnte Frage richtig beantwortet, gibt es eine Schnapsrunde (nach Wahl der Quizmaster, wie mehrfach betont wird und was uns Übles schwanen lässt) aufs Haus. Sollte es uns sogar gelingen, alle Fragen zu beantworten, gibt es zwar leider keine Million zu gewinnen aber immerhin eine Lokalrunde.

Wie beim Original beginnt auch hier das Quiz mit fünf leichteren Fragen, die meist ein kleines Wortspiel beinhalten. Ich bin wie immer etwas nervös, als es endlich losgeht und die erste Frage gestellt wird.

Frage 1: Was hat sich auch bei Menschen ohne Sehfehler beim Stuhlgang bewährt?
a) Kontaktlinsen b) Monokel
c) Zwicker d) Brille

Niemand sagt etwas, da es allen peinlich zu sein scheint, diese einfache Frage zu beantworten. Es natürlich die Klo-„Brille“, auch wenn der Gedanke an einen Stuhlgang-„Zwicker“ kurz für Erheiterung sorgt.

Frage 2: Einige, die gerne im Dunkeln leben, wohnen hinter …?
a) Hintertupfingen b) Aventurien
c) Molwanîen d) Jalousien
Molwanien

Der Reiseführer von – Molwanien

Auch hier ist man sich schnell einig, dass „Jalousien“ die richtige Antwort ist, doch auch die anderen Antwortmöglichkeiten sind interessant. Aventurien sollte vielen Rollenspiel-Fans geläufig sein, da das Universum der „Das schwarze Auge“-Spiele in dieser Fantasiewelt angesiedelt sind. Besonders unterhaltsam ist jedoch Molwanîen, ein frei erfundener in Südosteuropa angesiedelter Staat, dem, seiner Nicht-Existenz zum Trotz, ein umfangreicher Reiseführer mit dem wenig schmeichelhaften Untertitel „Willkommen im Land des schadhaften Lächelns“ gewidmet ist. Wenn man dem Reiseführer glauben schenken möchte, ist die Ursprungsregion des Keuchhustens nicht nur von den Einflüssen moderner Zahnmedizin verschont geblieben, sondern wartet auch mit einzigartigen Sehenswürdigkeiten, wie dem in Gyrorik befindlichen, einem der weltweit ältesten noch in Betrieb befindlichen Kernreaktoren auf.

Frage 3: Was erfuhr so manches Fahrgeschäft kurz vor der Eröffnung des Bremer Freimarktes?
a) Taufe b) Letzte Ölung
c) Kommunion d) Eheschließung

Bei dieser Frage zeigt sich, warum ich niemals zu Günther Jauch gehen sollte. Ich stehe kurz komplett auf dem Schlauf und denke an eine Schiffstaufe. In Gedanken stelle ich mir vor, wie seltsam es anmutet, wenn Schausteller vor der Jungfernfahrt des Karussels eine Flasche Sekt auf dem Gesäß eines der Pferde zerschlagen. Zum Glück bin ich nicht der einzige Spieler und es geht nach der „Letzten Ölung“ schnell weiter.

Frage 4: Welchem Tier fehlt ein Konsonant zur Landeshauptstadt?
a) Esel b) Giraffe
c) Schwein d) Taube

Auch hier wird nicht lange diskutiert. Dem Schwein fehlt natürlich ein „r“ zur Landeshauptstadt Mecklenburg-Vorpommerns, Schwerin.

Frage 5: Wie heißt ein bekanntes Pferdesport-Turnier in Aachen?
a) Pringles b) Walkers
c) CHIO d) funny-frisch

Die Pferdesport-Fans in der Crowd wissen sofort, dass es sich um den Concours Hippique International Officiel oder kurz eben „CHIO“ handeln muss und schließen somit die Aufwärmfragen erfolgreich ab.

Frage 6: Was ist Simba nicht?
a) Löwe b) Währung
c) Spielzeugmarke d) Softwarehersteller

Doch bereits die sechste Frage hat es in sich und führt zu lebhaften Diskussionen bei den Teilnehmern. Einigkeit besteht beim Löwen, den natürlich jeder kennt und auch die Spielzeugmarke Simba ist vielen ein Begriff. Doch weder von einer Währung noch von einem Softwarehersteller mit diesem Namen scheint jemand gehört zu haben. Früh geht ein Raunen durch die Menge, dass wohl nicht die Währung sein könne, das hätte man schließlich schon gehört. Ein offensichtlich leidenschaftlicher Gamer äußert den gleichen Gedanken bezüglich Software, wird am Ende jedoch ohne Jokereinsatz überstimmt. Glücklicherweise, da es tatsächlich keine Währung namens Simba gibt, wohl jedoch Simba-Software mit Sitz in Ostfildern. [In Molwanîen wird übrigens mit Strubl und Qunts bezahlt, in Krisenzeiten vertrauen die Molwanier jedoch nur harten Währungen, wie Knoblauch, entnehme ich gerade dem Reiseführer. Ein faszinierendes Land.]

Frage 7: In welcher Partei war Lenin zur Zeit der Oktoberrevolution Mitglied?
a) Sozialdemokratische Partei b) Kommunistische Partei
c) Sozialistische Partei d) Marxistische Partei

Selbst die K-Gruppen gestählten Alt-68er aus der hinteren Reihe sind mit der Frage überfordert. Nach langem hin und her wird schließlich der 50:50 Joker eingesetzt, der die beiden Antwortmöglichkeiten „c“ und „d“ eliminiert. Intuitiv tendiert man wohl zur Kommunistischen Partei aber das wäre doch zu einfach. Addi verrät sich endgültig mit der Aussage, dass die Fragen natürlich einen gewissen Unterhaltungswert haben müssen. Mit Blick auf die SPD entbehrt es natürlich nicht einer gewissen Komik, dass Lenin tatsächlich Mitglied der „Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Russlands“ war, die erst nach mehrfachen Namensänderungen zur weitläufig bekannten KPdSU wurde.

Frage 8: Wer ist ein Gummihals?
a) ein Niederländer in Deutschland b) ein Ungar in Österreich
c) ein Österreicher in den Niederlanden d) ein Deutscher in der Schweiz

Irgendwie schafft es die kollektive Intelligenz trotz individueller Ahnungslosigkeit, die richtige Antwort zu finden: Der Gummihals ist eine abwertende Bezeichnung gegenüber einer Ethnie, ein sog. Ethnophaulismus (das Wort wäre auch schon eine Quizfrage wert), das Schweizer für Deutsche im Land benutzen. Besonders verbreitet wohl an Universitäten, was vom – so sagt man – unaufhaltsamen Rededrang der deutschen Kommilitonen herrührt, der bildhaft gesprochen noch nicht einmal dann gestoppt werden kann, wenn man ihnen den Hals umdrehen würde.

Frage 9: Welches medizinische Phänomen wurde nach einem Fernsehmoderator benannt?
a) Morbus Mohl b) Morbus Bleuler
c) Morbus Scheuermann d) Morbus Kobold
Ruthe - Staubsauger

Morbus Kobold in der Popkultur – by Ruthe

Nach langer Diskussion stimmt das Publikum ab und „Morbus Mohl“ gewinnt, da einige der älteren Semester überzeugend angeben, diesen Namen im Fernsehen schon gehört zu haben.
Und erneut siegt die Schwarmintelligenz. Morbus Scheuermann ist eine schmerzhafte Wachstumsstörung der Wirbelsäule, Morbus Bleuler eine veraltete Bezeichnung für Schizophrenie. Morbus Mohl hingegen ist keine wirkliche Krankheit, sondern ein in den unter Medizinern übliches geflügeltes Wort für Hypochondrie, da sich immer kurz nach der Ausstrahlung des von Hans Mohl 40 Jahre lang moderierten Gesundheitsmagazin Praxis, die Arztpraxen auf wundersame Weise füllten.
Morbus Kobold hingegen – hm, nun ja. Wer als erste Assoziation den gleichnamigen Staubsauger hatte, lag damit nicht falsch. Dieser „Krankheit“ wurde vor kurzem erneut zu zweifelhaftem Ruhm verholfen, indem Charlotte Roche und Christoph Maria Herbst auf ihrer Lesetournee aus der Doktorarbeit „Penisverletzungen bei Masturbation mit Staubsaugern“ vorlasen.
Tatsächlich hatten alle 16 in der Arbeit beschriebenen Fälle gemein, dass sie sich ihre multiplen Riss- und Quetschverletzungen, beim Liebesakt mit dem selben Staubsaugermodell, dem „Kobold“ von Vorwerk, zugezogen haben. So ähnlich die Verletzungen waren, so unterschiedlich jedoch die Erklärungsversuche, wie es denn so weit gekommen ist. Hierzu ein paar kurze Auszüge:

  • „Er sei gestolpert und mit dem Penis auf ein Glas gefallen.“
  • „Er wollte sich mit dem Staubsauger massieren. Dabei sei ihm angeblich aus Versehen der Penis in den Staubsauger geraten.“
  • „Der Patient gab an, er wäre von einem Tisch auf einen Gartenstuhl gestürzt und habe sich so eine Penisverletzung zugezogen.“
Frage 10: Für wen war der Nansen-Pass relevant?
a) Fußballer b) Staatenlose
c) Bergsteiger d) Kfz-Mechaniker

Die Schnapsrunde ist gesichert! Einer der Quizzer weiß nicht nur die korrekte Antwort auf die Frage, nämlich dass der Nansen-Pass ein Pass für staatenlose Flüchtlinge und Emigranten ist, sondern auch dass dessen Erfinder und Namensgeber, der Norweger Fridtjof Nansen, damals Hochkommissar des Völkerbundes für Flüchtlingsfragen, dafür mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde.

Frage 11: Welche Religion herrschte im heutigen Tibet, bevor sich der Buddhismus ausbreitete?
a) Wicca b) Zoroastrismus
c) D‘Ramin d) Bön

Wicca wird von der Menge ausgeschlossen und auch der Zoroastrismus hat keine Anhänger. Dennoch herrscht Uneinigkeit und die Frage wird geschoben. Die richtige Antwort wäre Bön gewesen.

Frage 11.0: Was ist ein „Westfälischer Totleger“?
a) ein Bergwerkschacht b) eine elektrische Sicherung
c) eine Hühnerrasse d) ein Teil der Pfadfinderausrüstung

Vom Regen in die Traufe. Vom Totschläger, ja aber vom Totleger hat überhaupt noch niemand im Raum gehört.
Wir entscheiden uns zusätzlich noch den Telefonjoker einzusetzen, da die Frage gut googlebar erscheint. Anders als bei Günther Jauch ist es unserem Telefonjoker nämlich gestattet, zu googeln, wenn er zufällig vor dem Rechner sitzt. Ein Freund des Hauses wird kontaktiert und schnell die Frage gestellt. „Hühner, bei Google kommen lauter Hühner“. Die Menge jubelt, dass der Telefonjoker tatsächlich einmal funktioniert hat, was in der Vergangenheit nicht allzu oft vorkam.

Frage 12: Wie lange dauerte der längste Aufenthalt eines Menschen im All?
a) 193 Tage b) 371 Tage
c) 437 Tage d) 748 Tage

Mit viel Glück entscheiden wir uns auch hier für die richtige Antwort c). Wer es ganz genau wissen möchte: Ganze 437 Tage 17 Stunden, 58 Minuten und vier Sekunden verbrachte der sowjetische Kosmonaut Waleri Poljakow im All.

Frage 13: Bei welcher Serie besteht die erste Staffel aus den meisten Folgen ?
a) Die Simpsons b) SpongeBob
c) South Park d) Family Guy

Die Frage entpuppt sich als problematisch, da, im Gegensatz zu den drei anderen Serien, keiner der anwesenden Quizzer mehr als eine Folge „Sponge Bob“ und überhaupt keine in unberauschtem Zustand gesehen hat. Am Ende überzeugt jedoch das Argument, dass Kinderserien oftmals täglich ausgestrahlt werden und daher vermutlich mehr Folgen pro Staffel haben. Und siehe da: Die erste Staffel SpongeBob besteht aus 20 Folgen, wohingegen die anderen Serien nur mit 7 (Family Guy) bzw. 13 (South Park und Die Simpsons) Episoden aufwarten.

Frage 14: Wieviel Fleisch essen Bremerinnen und Bremer im Durchschnitt ?
a) 80 g/Tag b) 125 g/Tag
c) 170 g/Tag d) 215 g/Tag

Das Genick brechen sollte uns nun die vorletzte Frage nach dem Fleischkonsum der Bremerinnen und Bremer.
Wir entscheiden uns nach langem Hin und Her für die 170 g/Tag. Auch im KWEER scheint man vor Androzentrismus nicht gefeit zu sein: 170 g/Tag entpuppt sich nämlich als die Menge, die männliche Bremer am Tag verspeisen. Bei den Frauen sind es gerade einmal 80 und im Schnitt landet man dann bei 125 g/Tag, was die gesucht Antwort gewesen wäre. Entäuschte Gesichter überall, die Ambitionen auf die Lokalrunde müssen begraben werden. Die Tränen sind jedoch schnell getrocknet und wir werden zu dem respektablen Ergebnis beglückwünscht.

Fazit: Ein tolles Quiz bei familiärer Athmosphäre, bei dem kein Auge und keine Kehle trocken bleibt. Vielen Dank für den wunderschönen und gleichsam unterhaltsamen Abend. Lasst euch nicht einschüchtern und macht weiter mit eurer guten Arbeit.

Erkenntnis des Tages: Im Café KWEER lässt man sich nicht die Freude am gemeinsamen Zusammensein nehmen. Krokystrokiskiaskya!!!



Gegen die „Tresenschlampen“ könnt ihr an jedem 4. Donnerstag des Monats um 20:30 antreten. Kosten tut das Ganze nichts und ihr dürft, da es eh keine Teams gibt, so viele sein, wie ihr wollt. Auf der dazugehörigen Facebook-Page findet ihr weitere Informationen.

Das zweite Quiz, das ebenfalls im KWEER stattfindet, ist das “Kweerdenker”-Quiz am 2. Freitag des Monats ebenfalls um 20:30. Hier handelt es sich um ein „klassisches“ Quiz, wo in Teams bis zu 5 Personen gegeneinander um die Wette geraten wird. Der Eintritt ist auch hier frei.

Café KWEER im RAT&TAT

Theodor-Körner-Straße 1, 28203 Bremen

+49(0)421-700008

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