Schlag die Tresenschlampen

Schlag die Tresenschlampen | Café KWEER — Bremen


Anzeige

Wer wird Millionär?

Wer wird Millionär? Werden Sie jetzt Kandidat im Quiz-Studio und gewinnen Sie bis zu 1.000€ pro Runde. Jetzt GRATIS ausprobieren!


Eine wichtige Sache vorab: Dieser Bericht hat leider einen sehr ernsten Hintergrund. Aus der Zeitung haben wir erfahren, dass das Rat&Tat–Zentrum für queeres Leben e.V. in Bremen zum wiederholten Male mit Buttersäure attackiert worden ist. Das RAT&TAT berät Menschen in schwierigen Lebensituationen und bietet einen Schutzraum für die Bremer Community. Wir von Pubquiztime verurteilen diese bösartigen und vor allem feigen Attacken aufs äußerste und haben uns deshalb für einen Solidaritätsbesuch mit Quiz-Review entschieden. Neben der Beratungsarbeit hat sich im dort angegliederten Café KWEER nämlich außerdem eine der wichtigsten Bremer Kneipenquiz-Locations herausgebildet. Mit dem KWEER-Denker-Quiz, Schlag die Tresenschlampen und auch dem Städte-Cup des Deutschen-Quiz-Vereins e.V. finden dort gleich mehrere Quizveranstaltungen regelmäßig statt.

Café KWEER bei Nacht - © Hartmut Müller/Rat & Tat

Café KWEER bei Nacht - © Hartmut Müller/Rat & Tat

Wir sind überpünktlich und werden freundlich von Addi, Jan und Kim, dem "Schlag die Tresenschlampen"-Team, empfangen und plaudern noch etwas über Bremen und die aktuelle Situation. Während wir uns unterhalten trudeln nach und nach mehr Gäste ein, die sich allesamt zu und um uns an die Bar gesellen. Als sich eine ausreichend große Traube gebildet hat, beginnt das Quiz mit einer kurzen Einführung in die Regeln. Diese sind schnell erklärt, da nahezu identisch mit "Wer wird Millionär?". Der Publikumsjoker entfällt jedoch, da alle Gäste gemeinsam gegen das Barpersonal antreten und sich bei jeder Frage beraten dürfen und sollen. Stattdessen darf man jedoch eine Frage schieben und bekommt an deren Stelle eine Ersatzfrage. Wird die zehnte Frage richtig beantwortet, gibt es eine Schnapsrunde (nach Wahl der Quizmaster, wie mehrfach betont wird und was uns Übles schwanen lässt) aufs Haus. Sollte es uns sogar gelingen, alle Fragen zu beantworten, gibt es zwar leider keine Million zu gewinnen aber immerhin eine Lokalrunde.

Wie beim Original beginnt auch hier das Quiz mit fünf leichteren Fragen, die meist ein kleines Wortspiel beinhalten. Ich bin wie immer etwas nervös, als es endlich losgeht und die erste Frage gestellt wird.

Frage 1: Was hat sich auch bei Menschen ohne Sehfehler beim Stuhlgang bewährt?
a) Kontaktlinsen b) Monokel
c) Zwicker d) Brille

Niemand sagt etwas, da es allen peinlich zu sein scheint, diese einfache Frage zu beantworten. Es natürlich die Klo-"Brille", auch wenn der Gedanke an einen Stuhlgang-"Zwicker" kurz für Erheiterung sorgt.

Frage 2: Einige, die gerne im Dunkeln leben, wohnen hinter ...?
a) Hintertupfingen b) Aventurien
c) Molwanîen d) Jalousien
Molwanien

Der Reiseführer von - Molwanien

Auch hier ist man sich schnell einig, dass "Jalousien" die richtige Antwort ist, doch auch die anderen Antwortmöglichkeiten sind interessant. Aventurien sollte vielen Rollenspiel-Fans geläufig sein, da das Universum der "Das schwarze Auge"-Spiele in dieser Fantasiewelt angesiedelt sind. Besonders unterhaltsam ist jedoch Molwanîen, ein frei erfundener in Südosteuropa angesiedelter Staat, dem, seiner Nicht-Existenz zum Trotz, ein umfangreicher Reiseführer mit dem wenig schmeichelhaften Untertitel "Willkommen im Land des schadhaften Lächelns" gewidmet ist. Wenn man dem Reiseführer glauben schenken möchte, ist die Ursprungsregion des Keuchhustens nicht nur von den Einflüssen moderner Zahnmedizin verschont geblieben, sondern wartet auch mit einzigartigen Sehenswürdigkeiten, wie dem in Gyrorik befindlichen, einem der weltweit ältesten noch in Betrieb befindlichen Kernreaktoren auf.

Frage 3: Was erfuhr so manches Fahrgeschäft kurz vor der Eröffnung des Bremer Freimarktes?
a) Taufe b) Letzte Ölung
c) Kommunion d) Eheschließung

Bei dieser Frage zeigt sich, warum ich niemals zu Günther Jauch gehen sollte. Ich stehe kurz komplett auf dem Schlauf und denke an eine Schiffstaufe. In Gedanken stelle ich mir vor, wie seltsam es anmutet, wenn Schausteller vor der Jungfernfahrt des Karussels eine Flasche Sekt auf dem Gesäß eines der Pferde zerschlagen. Zum Glück bin ich nicht der einzige Spieler und es geht nach der "Letzten Ölung" schnell weiter.

Frage 4: Welchem Tier fehlt ein Konsonant zur Landeshauptstadt?
a) Esel b) Giraffe
c) Schwein d) Taube

Auch hier wird nicht lange diskutiert. Dem Schwein fehlt natürlich ein "r" zur Landeshauptstadt Mecklenburg-Vorpommerns, Schwerin.

Frage 5: Wie heißt ein bekanntes Pferdesport-Turnier in Aachen?
a) Pringles b) Walkers
c) CHIO d) funny-frisch

Die Pferdesport-Fans in der Crowd wissen sofort, dass es sich um den Concours Hippique International Officiel oder kurz eben "CHIO" handeln muss und schließen somit die Aufwärmfragen erfolgreich ab.

Frage 6: Was ist Simba nicht?
a) Löwe b) Währung
c) Spielzeugmarke d) Softwarehersteller

Doch bereits die sechste Frage hat es in sich und führt zu lebhaften Diskussionen bei den Teilnehmern. Einigkeit besteht beim Löwen, den natürlich jeder kennt und auch die Spielzeugmarke Simba ist vielen ein Begriff. Doch weder von einer Währung noch von einem Softwarehersteller mit diesem Namen scheint jemand gehört zu haben. Früh geht ein Raunen durch die Menge, dass wohl nicht die Währung sein könne, das hätte man schließlich schon gehört. Ein offensichtlich leidenschaftlicher Gamer äußert den gleichen Gedanken bezüglich Software, wird am Ende jedoch ohne Jokereinsatz überstimmt. Glücklicherweise, da es tatsächlich keine Währung namens Simba gibt, wohl jedoch Simba-Software mit Sitz in Ostfildern. [In Molwanîen wird übrigens mit Strubl und Qunts bezahlt, in Krisenzeiten vertrauen die Molwanier jedoch nur harten Währungen, wie Knoblauch, entnehme ich gerade dem Reiseführer. Ein faszinierendes Land.]

Frage 7: In welcher Partei war Lenin zur Zeit der Oktoberrevolution Mitglied?
a) Sozialdemokratische Partei b) Kommunistische Partei
c) Sozialistische Partei d) Marxistische Partei

Selbst die K-Gruppen gestählten Alt-68er aus der hinteren Reihe sind mit der Frage überfordert. Nach langem hin und her wird schließlich der 50:50 Joker eingesetzt, der die beiden Antwortmöglichkeiten "c" und "d" eliminiert. Intuitiv tendiert man wohl zur Kommunistischen Partei aber das wäre doch zu einfach. Addi verrät sich endgültig mit der Aussage, dass die Fragen natürlich einen gewissen Unterhaltungswert haben müssen. Mit Blick auf die SPD entbehrt es natürlich nicht einer gewissen Komik, dass Lenin tatsächlich Mitglied der "Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Russlands" war, die erst nach mehrfachen Namensänderungen zur weitläufig bekannten KPdSU wurde.

Frage 8: Wer ist ein Gummihals?
a) ein Niederländer in Deutschland b) ein Ungar in Österreich
c) ein Österreicher in den Niederlanden d) ein Deutscher in der Schweiz

Irgendwie schafft es die kollektive Intelligenz trotz individueller Ahnungslosigkeit, die richtige Antwort zu finden: Der Gummihals ist eine abwertende Bezeichnung gegenüber einer Ethnie, ein sog. Ethnophaulismus (das Wort wäre auch schon eine Quizfrage wert), das Schweizer für Deutsche im Land benutzen. Besonders verbreitet wohl an Universitäten, was vom - so sagt man - unaufhaltsamen Rededrang der deutschen Kommilitonen herrührt, der bildhaft gesprochen noch nicht einmal dann gestoppt werden kann, wenn man ihnen den Hals umdrehen würde.

Frage 9: Welches medizinische Phänomen wurde nach einem Fernsehmoderator benannt?
a) Morbus Mohl b) Morbus Bleuler
c) Morbus Scheuermann d) Morbus Kobold
Ruthe - Staubsauger

Morbus Kobold in der Popkultur - by Ruthe

Nach langer Diskussion stimmt das Publikum ab und "Morbus Mohl" gewinnt, da einige der älteren Semester überzeugend angeben, diesen Namen im Fernsehen schon gehört zu haben.
Und erneut siegt die Schwarmintelligenz. Morbus Scheuermann ist eine schmerzhafte Wachstumsstörung der Wirbelsäule, Morbus Bleuler eine veraltete Bezeichnung für Schizophrenie. Morbus Mohl hingegen ist keine wirkliche Krankheit, sondern ein in den unter Medizinern übliches geflügeltes Wort für Hypochondrie, da sich immer kurz nach der Ausstrahlung des von Hans Mohl 40 Jahre lang moderierten Gesundheitsmagazin Praxis, die Arztpraxen auf wundersame Weise füllten.
Morbus Kobold hingegen - hm, nun ja. Wer als erste Assoziation den gleichnamigen Staubsauger hatte, lag damit nicht falsch. Dieser "Krankheit" wurde vor kurzem erneut zu zweifelhaftem Ruhm verholfen, indem Charlotte Roche und Christoph Maria Herbst auf ihrer Lesetournee aus der Doktorarbeit "Penisverletzungen bei Masturbation mit Staubsaugern" vorlasen.
Tatsächlich hatten alle 16 in der Arbeit beschriebenen Fälle gemein, dass sie sich ihre multiplen Riss- und Quetschverletzungen, beim Liebesakt mit dem selben Staubsaugermodell, dem "Kobold" von Vorwerk, zugezogen haben. So ähnlich die Verletzungen waren, so unterschiedlich jedoch die Erklärungsversuche, wie es denn so weit gekommen ist. Hierzu ein paar kurze Auszüge:

  • "Er sei gestolpert und mit dem Penis auf ein Glas gefallen."
  • "Er wollte sich mit dem Staubsauger massieren. Dabei sei ihm angeblich aus Versehen der Penis in den Staubsauger geraten."
  • "Der Patient gab an, er wäre von einem Tisch auf einen Gartenstuhl gestürzt und habe sich so eine Penisverletzung zugezogen."
Frage 10: Für wen war der Nansen-Pass relevant?
a) Fußballer b) Staatenlose
c) Bergsteiger d) Kfz-Mechaniker

Die Schnapsrunde ist gesichert! Einer der Quizzer weiß nicht nur die korrekte Antwort auf die Frage, nämlich dass der Nansen-Pass ein Pass für staatenlose Flüchtlinge und Emigranten ist, sondern auch dass dessen Erfinder und Namensgeber, der Norweger Fridtjof Nansen, damals Hochkommissar des Völkerbundes für Flüchtlingsfragen, dafür mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde.

Frage 11: Welche Religion herrschte im heutigen Tibet, bevor sich der Buddhismus ausbreitete?
a) Wicca b) Zoroastrismus
c) D‘Ramin d) Bön

Wicca wird von der Menge ausgeschlossen und auch der Zoroastrismus hat keine Anhänger. Dennoch herrscht Uneinigkeit und die Frage wird geschoben. Die richtige Antwort wäre Bön gewesen.

Frage 11.0: Was ist ein „Westfälischer Totleger“?
a) ein Bergwerkschacht b) eine elektrische Sicherung
c) eine Hühnerrasse d) ein Teil der Pfadfinderausrüstung

Vom Regen in die Traufe. Vom Totschläger, ja aber vom Totleger hat überhaupt noch niemand im Raum gehört.
Wir entscheiden uns zusätzlich noch den Telefonjoker einzusetzen, da die Frage gut googlebar erscheint. Anders als bei Günther Jauch ist es unserem Telefonjoker nämlich gestattet, zu googeln, wenn er zufällig vor dem Rechner sitzt. Ein Freund des Hauses wird kontaktiert und schnell die Frage gestellt. "Hühner, bei Google kommen lauter Hühner". Die Menge jubelt, dass der Telefonjoker tatsächlich einmal funktioniert hat, was in der Vergangenheit nicht allzu oft vorkam.

Frage 12: Wie lange dauerte der längste Aufenthalt eines Menschen im All?
a) 193 Tage b) 371 Tage
c) 437 Tage d) 748 Tage

Mit viel Glück entscheiden wir uns auch hier für die richtige Antwort c). Wer es ganz genau wissen möchte: Ganze 437 Tage 17 Stunden, 58 Minuten und vier Sekunden verbrachte der sowjetische Kosmonaut Waleri Poljakow im All.

Frage 13: Bei welcher Serie besteht die erste Staffel aus den meisten Folgen ?
a) Die Simpsons b) SpongeBob
c) South Park d) Family Guy

Die Frage entpuppt sich als problematisch, da, im Gegensatz zu den drei anderen Serien, keiner der anwesenden Quizzer mehr als eine Folge "Sponge Bob" und überhaupt keine in unberauschtem Zustand gesehen hat. Am Ende überzeugt jedoch das Argument, dass Kinderserien oftmals täglich ausgestrahlt werden und daher vermutlich mehr Folgen pro Staffel haben. Und siehe da: Die erste Staffel SpongeBob besteht aus 20 Folgen, wohingegen die anderen Serien nur mit 7 (Family Guy) bzw. 13 (South Park und Die Simpsons) Episoden aufwarten.

Frage 14: Wieviel Fleisch essen Bremerinnen und Bremer im Durchschnitt ?
a) 80 g/Tag b) 125 g/Tag
c) 170 g/Tag d) 215 g/Tag

Das Genick brechen sollte uns nun die vorletzte Frage nach dem Fleischkonsum der Bremerinnen und Bremer.
Wir entscheiden uns nach langem Hin und Her für die 170 g/Tag. Auch im KWEER scheint man vor Androzentrismus nicht gefeit zu sein: 170 g/Tag entpuppt sich nämlich als die Menge, die männliche Bremer am Tag verspeisen. Bei den Frauen sind es gerade einmal 80 und im Schnitt landet man dann bei 125 g/Tag, was die gesucht Antwort gewesen wäre. Entäuschte Gesichter überall, die Ambitionen auf die Lokalrunde müssen begraben werden. Die Tränen sind jedoch schnell getrocknet und wir werden zu dem respektablen Ergebnis beglückwünscht.

Fazit: Ein tolles Quiz bei familiärer Athmosphäre, bei dem kein Auge und keine Kehle trocken bleibt. Vielen Dank für den wunderschönen und gleichsam unterhaltsamen Abend. Lasst euch nicht einschüchtern und macht weiter mit eurer guten Arbeit.

Erkenntnis des Tages: Im Café KWEER lässt man sich nicht die Freude am gemeinsamen Zusammensein nehmen. Krokystrokiskiaskya!!!



Gegen die "Tresenschlampen" könnt ihr an jedem 4. Donnerstag des Monats um 20:30 antreten. Kosten tut das Ganze nichts und ihr dürft, da es eh keine Teams gibt, so viele sein, wie ihr wollt. Auf der dazugehörigen Facebook-Page findet ihr weitere Informationen.

Das zweite Quiz, das ebenfalls im KWEER stattfindet, ist das “Kweerdenker”-Quiz am 2. Freitag des Monats ebenfalls um 20:30. Hier handelt es sich um ein "klassisches" Quiz, wo in Teams bis zu 5 Personen gegeneinander um die Wette geraten wird. Der Eintritt ist auch hier frei.

Café KWEER im RAT&TAT

Theodor-Körner-Straße 1, 28203 Bremen

+49(0)421-700008

seitenquiz

Seitenquiz | Scandale — Cottbus


Anzeige

Wer wird Millionär?

Wer wird Millionär? Werden Sie jetzt Kandidat im Quiz-Studio und gewinnen Sie bis zu 1.000€ pro Runde. Jetzt GRATIS ausprobieren!


Ich steige vorsichtig die Treppe in das dunkle Kellergewölbe hinab, in dem heute das sagenumwobene Seitenquiz stattfinden wird. Das Scandale in Cottbus ist eine schummrig-schöne Kellerlocation, die mit allerlei ausgefallenen Dekorationen aufwartet. Eine halbierte Diskokugel dreht sich an der Wand umrahmt von den beiden Teilen eines Hirschgeweihs. Meine Aufmerksamkeit erregt eine großflächig an an der Wand angebrachte Parodie des letzten Abendmahls, die aussieht, als hätte sich der Wirt zusammen mit der Belegschaft und seinen Freunden verewigen wollen. An mehreren Stellen prangen zudem gut sichtbar mehr oder weniger einleuchtende Denksätze, wie "Wo die Neurosen wuchern, will ich Landschaftsgärtner sein." Das Publikum ist im Schnitt noch recht jung und vermutlich überwiegend studentisch. Ich fühle mich im Scandale auf Anhieb wohl und begebe mich zunächst einmal auf die Suche nach dem Quizmaster. Ein Zweiergespann namens Olaf und Georg leitet die Geschicke des Seitenquiz seit mittlerweile fast 5 Jahren und moderiert das Cottbusser Quiz im Ping-Pong-Prinzip. Heute abend, so wurde mir mitgeteilt, ist Georg derjenige, der mit meiner Anwesenheit beglückt wird.

Seitenquiz im Scandale

Realitätsgetreue Darstellung eines typischen Abends im "Scandale"

Ich wurde vorab auch bereits per Mail darauf vorbereitet, dass es beim Seitenquiz heute etwas derber als sonst zugehen wird. Das Thema des heutigen Abends lautet aus aktuellem Anlass des Böhmermann-Gedichts, welches sich zu einer veritablen Staatsaffäre entwickelt hat, nämlich “Schmähkritik”.

TRIGGERWARNUNG: Diese einmalige Gelegenheit zum hemmungslosen Ausleben meiner sadistischen Schreibphantasien lasse auch ich mir nicht entgehen, sodass auch in diesem Bericht ordentlich geschmäht wird. Zartbesaitete Waldorfschüler aus Baden-Württemberg, schwangere Frauen ab dem siebten Monat und besorgte Bürger ohne Ironie-Führerschein sollten an dieser Stelle das Lesen abbrechen und stattdessen lieber eine Erdbeermilch trinken.

Ich erblicke den Quizmaster und mustere ihn zunächst genau. Georg trägt ein ungewaschenes rotes T-Shirt (vermutlich mit "Che Guevara"-Aufdruck) unter einem schwarzen Sakko, das so schlecht sitzt, als hätte es entzündete Hämorrhoiden und von dem er – wie er später auch noch selbst zugeben wird – den untersten Knopf nicht etwa aus Stilgründen offen hat, sondern nur deswegen, weil seine Bierplautze ihn daran hindert, ihn zuzuknöpfen. Um das Bild des Grauens abzurunden, trägt er zudem noch ein paar fingerloser Handschuhe, die möglicherweise vor einigen Jahrzehnten, wahrscheinlicher jedoch noch nie, in Mode waren. Eigentlich fehlt nur noch eine brennende Mülltonne, um seinen “Wiz Khalifa Hobo”-Look zu komplettieren. Die olfaktorische Beleidigung, die durch seine Körperduft-Mélange aus [ZENSIERT], “Gut und Günstig”-Aftershave und Fritz-Limonade ausgeht, sorgt dafür, dass Georg nicht nur der schlechtgekleidetste, sondern auch der übelriechendste Quizmaster aller Zeiten ist. Als wäre all das noch nicht genug, scheint er zudem nicht einmal in der Lage zu sein, aus eigener Kraft ein Quiz durchzuführen und hat zur Unterstützung seinen Quiz-“Lehrling” Rossi mitgebracht.

georg_slap

Quizmaster Georg - hier bei einer typischen Interaktion mit dem anderen Geschlecht

Genug geschmäht fürs erste. Es geht endlich los und Georg stellt die erste Frage, eine Märchenfrage, bei der er wissen will, wer in Goethes Fabel, "Reineke Fuchs", den gleichnamigen Fiesling nach Lug, Diebstahl, Mord, Ehebruch und der gewaltsamen Entmannung des Wolfes Isegrim am Ende zur Strecke bringt. Nach ein paar Fragen schickt sich Georg an, die Bühne für den ersten "Schmähetry" zu räumen. Eine Besonderheit des heutigen Abend stellen nämlich die selbstgeschriebenen Schmähgedichte dar, die von vier verschiedenen Cottbusser Künstlerinnen und Künstlern vorgetragen werden und in denen jeweils ein mehr oder weniger prominentes Opfer zur Zielscheibe von bösartigen verbalen Aggressionen unterhalb der Gürtellinie wird und anschließend vom Publikum erraten werden muss. "Es war einmal, ihr kennt ihn alle, ein Mann, der roch nach Ziegengalle.", so beginnt die erste poetische Liebeserklärung. Dem Geschmähten scheint, möchte man dem Gedicht glauben schenken, ein Ruf als trunksüchtiger Weiberheld anzuhaften, der eine ausgeprägte Vorliebe für Bordellaufenthalte und exotische junge Mädchen hat. Ich tappe wirklich völlig im Dunkeln. Meine erste Vermutung, dass es sich vielleicht um Dieter Bohlen handeln könnte, verwerfe ich spätestens dann, als die landschaftsgärtnerischen Hinterlassenschaften des Lustmolchs in den Fokus gerückt werden...
Gesucht war Hermann Fürst von Pückler-Muskau, einem Cottbuser C-Promi, Hobby-Gärtner und Berufs-Versager, der dem zivilisierten Teil Deutschlands (alles außer Cottbus) lediglich als billige Nachspeise aus dem Discounter bekannt ist.

Für die nächste Frage wird ein Video eingespielt. Quiz-Anwärter Rossi ist "EXTRA fürs Seitenquiz" nach Nordirland, an einen der Drehorte von Game of Thrones, gereist, um von dort eine Frage zur Serie zu stellen. Er steht vor einem Turm, der den meisten Fans aufgrund einer besonderen Art der geschwisterlichen Zuneigung wohl im Gedächtnis geblieben ist, und will wissen, wie der Name des Jungen lautet, der mit schwerwiegenden Folgen von ebenjenem Turm hinabgestoßen wurde.
In einer meiner Lieblingsfragen müssen anschließend beleidigende Twitter-Sprüche den jeweiligen Prominenten zugeordnet werden. Oftmals zielen die Tweets auf das Aussehen, "_______________ looks like Voldemort with hair." (es stimmt wirklich) oder die künstlerischen Fähigkeiten ab, "_______________ is on the radio right now. Is there a volume lower than mute?", doch nicht einmal vor dem triebhaften Paarungsverhalten des Vaters wird bei den Twitter-Pöbeleien halt gemacht: "Must be hard for _______________ having a father that is just a giant ballsack." Nach dieser gemeinen Runde, kommen wir zurück zu harmloseren Themen. Die Antwort auf die Frage, was passiert, wenn man beim Facebook-Massenger "@dailycute" eingibt, darf am Besten jeder gleich selbst ausprobieren. (♡ OMG, SOOO CUTE!!! ♡) Am Ende jeder Runde gibt es noch eine Glücksrad-Runde, bei der das glückliche Team, bei dem das Rad stehen bleibt, eine Schnapsrunde spendiert bekommt. Doch auch die Teams, deren Kehlen trocken bleiben müssen, gehen nicht automatisch leer aus, sondern haben dafür die Chance, einen Extra-Punkt für eine Frage zu ergattern, deren Lösung sie nicht wussten, was das Seitenquiz um eine unterhaltsame Zufallskomponente ergänzt.

receptour

Die "Recep-Tour"

In der nächsten Runde gilt es, bei einem Bilderrätsel, auf dem mehrere Fahrradfahrer mit überdimensionierten Köpfen des türkischen Staatspräsidenten Erdoğan abgebildet sind, den dahinterstehenden Begriff oder Redewendung zu erraten. Die Causa Böhmermann ist auch an mir nicht spurlos vorübergegangen und verunsichert mich. Mache ich mich jetzt schon strafbar damit, wenn ich schreibe, dass meine erste Assoziation zu dem Bild, das Wort “Pimmelparade” ist? Auch eine gewisse Ähnlichkeit mit dem Human Centipede ist nicht von der Hand zu weisen, stellt sich jedoch als falsche Fährte heraus. Die gesuchte Lösung lautet nämlich “Rezeptur”, ein Kofferwort aus Erdoğans Vornamen, “Recep” und “Tour”, das mindestens so missgebildet ist wie der Sinn für Humor eines namentlich nicht zu nennenden tierlieben Staatsoberhauptes. Als ich gegen die dämliche Antwort protestiere, begeht der Quizmaster den großen Fehler, einen Witz auf meine Kosten reißen zu wollen und outet mich vor dem Publikum als Quiz-Touristen, der nicht mit den Eigenheiten des Seitenquiz vertraut ist. Ich weise dezent darauf hin, dass ich es bin, der am Ende das letzte Wort haben wird und die Geschichte schamlos in seinem Sinne umschreiben kann. Daraufhin fällt Georg vor mir auf die Knie, küsst meine Füße und bittet mich verzweifelt um Verzeihung.

Das Quiz wird fortgesetzt mit einer Frage aus der Kategorie "Pa­r­ö­mio­lo­gie". Hier wird eine bekannte Redensart mit Hilfe von hochtrabenden wissenschaftlichen Fachtermini umschrieben. Wer von euch hätte das Sprichwort erkannt? "Ist bei der Kalkulation der Quantität von beliebigen Objekten oder Prinzipien das Resultat mit der zweiten Primzahl identisch, so ist stets eine positive Evaluierung anzugeben." Ein besonderes Schmankerl ist auch die Frage aus der Kategorie "Entpixel dich!" Eine bekannte Filmszene wird bis zur Unkenntlichkeit verpixelt dargestellt und sukzessive schärfer gestellt. Sobald ein Team "STOP!" ruft und die richtige Antwort zuflüstert, bleibt das Bild unverändert in der aktuellen Unschärfe. Ein Team hat, was mir den allergrößten Respekt abgenötigt hat, es tatsächlich geschafft, die richtige Lösung zu erraten, als das Bild noch aussah, wie auf dem hier dargestellten Bild.

q3 Seitenquiz

Da erkennt jeder sofort diese Szene, oder?

Wenn man alles beschreiben würde, was alleine an diesem Abend noch alles passiert, könnte man bereits ein komplettes Buch füllen. Das Seitenquiz ist ein wahres Feuerwerk an Quiz-Ideen. Über drei Runden folgt ein Highlight dem anderen in einem rasanten Tempo: Star-Trek Einspieler, Publikumsbeschimpfung, Video mit Rossi aus Irland, Schmähgedicht, Glücksrad mit Schnapsrunde, Video mit Rossi aus Marokko, Fotomontage, Schmähgedicht, Musikfragen, Celebrity-Twitter-Rants, noch mehr Schnaps, Schmähgedicht, rotierende Hunde (ja, rotierende Hunde), und und und...
Georg moderiert sich stellenweise so sehr in Rage, dass einem schwindelig werden kann. Er wirkt mal wie ein tollwütiger Waschbär auf Hitler-Speed, mal wie ein evangelikaler Erweckungs-Prediger aus den Südstaaten, der kurz davor ist, lautstark "PRAISE THE LORD!!!" zu schreien. Ich warte eigentlich nur noch darauf, dass er sich auf den Boden wirft und anfängt, sich wie ein Besessener beim Exorzismus zu winden.

Die Zeit vergeht wie in Windeseile und das Quiz ist - viel zu früh - bei seiner letzten Frage, einer Musikfrage, angelangt. Das Lied, welches ich garantiert noch nie in meinem Leben gehört habe, ist wahrlich schwer mit Worten zu beschreiben. Der Beginn erinnert zunächst an die unverkennbare Melodie aus dem ersten Song im Soundtrack zu Pulp Fiction, als dann jedoch der Gesang eintritt, der klingt als würde eine 100-Jährige versuchen, im LSD-Rausch die Geräusche eines Rasenmähers zu imitieren, weiß ich nicht mehr, wie mir geschieht. Als wäre das Lied alleine nicht schon fürchterlich genug, überrumpelt mich Georg noch mit der öffentlichen Ansage, dass das Lied ab morgen auf Pubquiztime.de zum Download bereit steht. Mir fällt spontan kein kreativer Konter ein, daher sehe ich mich zähneknirschend gezwungen, in den Vorschlag einzuwilligen. Das Team "ohne Smartphone aufgeschmissen" alias "ohne Tännchen aufgeschmäht" sichert sich mit 40 von heute 51 möglichen Punkten den wohlverdienten Sieg und damit auch den heutigen Preis, ein gerahmtes Porträtfoto von Jan Böhmermann sowie die offizielle Siegermütze mit der Nummer #180. Herzlichen Glückwunsch auch von meiner Seite!

 

Fazit: Ein wirklich grandios unterhaltsames Quiz, das eigentlich vielmehr eine fulminante Comedy-Show ist, in der eben auch Fragen gestellt werden. Ich hatte wirklich selten so viel Spaß wie an diesem Abend. Das Seitenquiz ist jeden einzelnen Cent des Eintrittspreises wert und eigentlich noch viel mehr. Wer das Seitenquiz noch nicht kennt, dem kann ich nur empfehlen: UNBEDINGT HINGEHEN!!!!!!11elf

Erkenntnis des Abends:
Fürst Pückler war nicht schon immer Eiscreme.

 

PS: Wir von Pubquiztime halten natürlich immer unser Wort. Daher stellen wir, wie versprochen, den unvergleichlichen Song "Demolicion" der peruanischen Punkrock-Pioniere "Los Saicos" bereit.

PPS: Grüße gehen an dieser Stelle auch an die zweite Hälfte des Seitenquiz-Duos, Olaf. Dieses Mal bist du vielleicht verschont geblieben aber du solltest dich nicht in Sicherheit wiegen. Ich werde bestimmt noch eine Gelegenheit finden, auch dich zu schmähen!


Das Seitenquiz wird mittlerweile neben Cottbus auch regelmäßig in Berlin, Leipzig, Dresden und Hoyerswerda durchgeführt. Der Eintritt beträgt 4 € pro Teilnehmer und die maximale Teamgröße beträgt 8 Spieler. Für genauere Informationen zu den Terminen und Spielorten besucht www.seitenquiz.de/

Scandale Le Locale Fatale

Karl Liebknecht Str. 20, 03046 Cottbus

Tel.: +49(0)176-55490903

Dein PubQuiz | Bunker — Rostock


Anzeige

Wer wird Millionär?

Wer wird Millionär? Werden Sie jetzt Kandidat im Quiz-Studio und gewinnen Sie bis zu 1.000€ pro Runde. Jetzt GRATIS ausprobieren!


Hoch im Norden von Deutschland, im schönen Rostock, hat sich nahezu unbemerkt vom Rest der Republik eine vitale Kneipenquiz-Szene etabliert. Das besondere am Rostocker Quiz-Milieu ist hierbei, dass in der Hansestadt alle Fäden in einer Hand zusammenlaufen, es hat sich, wenn man so will, ein richtiges Pubquiz-Monopol herausgebildet.

Logo - Pubquiz Rostock

Das Logo des Rostocker Pubquiz

Als das ursprüngliche Quiz im Kulturzentrum Bunker so erfolgreich wurde, dass es schlichtweg nicht mehr ausreichend Platz für alle Rostocker Quiz-Fans gab, hat das Team von Dein PubQuiz nämlich ein cleveres Vertriebskonzept entwickelt und bietet sein Quizformat seit 2012 gleich in mehreren Kneipen gleichzeitig via Livestream an. Aktuell besteht der harte Kern des Teams aus 4 Personen, es gibt bereits sieben Locations, die das Pubquiz regelmäßig übertragen und nach Aussage der Veranstalter dürfen es auch gerne noch mehr werden.

Da ich euch keine der aktuellen Locations vorenthalten möchte, stelle ich sie an dieser Stelle alle zumindest kurz vor:

 

  • Bunker: die “Schaltzentrale”, in der alles begann. Hier wird das Quiz durchgeführt und in die anderen teilnehmenden Lokale ausgestrahlt

  • Pub Mambo No One: das traditonelle Irish Pub mit Whisk(e)y, Live-Musik und Sportevents.

  • b sieben, die Szene-Bar für Schwule, Lesben und Freunde

  • Café M, das gemütliche Café-Restaurant mit mediterran angehauchter Speisekarte

  • La Havanna, die raucherfreundliche Kneipe mit Rum und Revolutionärsgeist

  • Studentenclub Sumpf, die strandnahe Studentenkneipe in Warnemünde

  • ST-Club, der Klub mit verschiedensten Veranstaltungen von Filmabend bis "Koma-Party" und zudem das neueste Mitglied in der exklusiven Rostocker Pubquizrunde

Außerdem ist dem Pubquiz heute ausnahmsweise eine weitere Location außerhalb Rostocks zugeschaltet:

  • Mein Wohnzimmer

Richtig gelesen, mir wird heute die große Ehre zuteil, das Pubquiz in meinen eigenen vier Wänden verfolgen zu dürfen, sodass ich trotz einer hartnäckigen Grippe nicht auf meine Quiz-Leidenschaft verzichten muss. Ein großes Dankeschön geht an dieser Stelle an Christoph von Dein PubQuiz, der bereit war, mir diese Extrawurst zu braten.

Es ist genau 20:00 und ich habe bereits alle Vorbereitungen für das allererste Pubquiz in meiner Wohnung getroffen: Essen ist beim Lieferdienst bestellt, heißer Kräutertee steht als Ersatz für das ansonsten obligatorische Quiz-Bier bereit und der Stream ist auch schon eingeschaltet. Noch gibt es allerdings nur ein Standbild zu sehen, das mit entspannter Gitarrenmusik unterlegt ist. Um Viertel nach acht steigt die Lautstärke plötzlich sprunghaft an und “O Fortuna” aus den Carmina Burana – vertont übrigens von Carl Orff, eine gängige Musikfrage – tönt  lautstark aus meinen Boxen. Die Mönchsgesänge verfehlen ihre Wirkung nicht und erzeugen eine dramatische Stimmung. Endlich verschwindet das Standbild und die ersten Bilder aus dem Bunker erreichen meine heimischen Gefilde: Neben den Köpfen einiger ungünstig platzierter Quiz-Teilnehmer sind nun auch ein Rednerpult und eine Leinwand erkennbar. Wenige Augenblicke später erscheint Quizmaster Christoph auf der Bühne, den ich in diesem Moment trotz vorhergehendem Mail-Kontakt das erste Mal zu Gesicht bekomme. Offensichtlich scheint er Wert auf sein äußeres Erscheinungsbild zu legen:

Quizmaster Christoph

Quizmaster Christoph auf der Leinwand (im b-sieben)

Mit Hemd und gut sitzendem Sakko ist er auf jeden Fall der am ordentlichsten angezogene Quizmaster, den ich bis jetzt erleben durfte. Christoph begrüßt zunächst alle teilnehmenden Kneipen und schickt zu meiner Überraschung auch einen “Extragruß nach Berlin” zu mir. Ich fühle mich in diesem Moment irgendwie ertappt und beobachtet und entschließe mich dazu, mir schnell eine Hose anzuziehen.

Bevor es richtig losgeht werden kurz die Regeln erklärt: Gespielt werden 5 Runden á 10 Fragen zu verschiedenen Themen (Wochenschau, Musikrunde, Themenrunde, Bilderrätsel und Vermischtes). Das obligatorische “Der Quizmaster hat immer recht!” wird in Anlehnung an Philip Sheridans berühmtes Indianer-Zitat mit “Nur eine lesbare Antwort ist eine richtige Antwort!” ergänzt.

Nachdem diese Grundsätzlichkeiten geklärt sind, geht es auch schon los mit den Fragen der ersten Runde „Wochenschau“, in der aktuelle Ereignisse der letzten Woche abgefragt werden. Ich bin sehr erfreut über die zahlreichen Fragen aus meinem Spezialgebiet Politik, wie zum Beispiel nach dem Namen des CSU-Generalsekretärs, dessen Namen ich mir aufgrund mehrerer einleuchtender Eselsbrücken sehr leicht merken kann. In welchem europäischen Staat bald ein Testversuch mit dem Bedingungslosen Grundeinkommen durchgeführt wird, natürlich Finnland, ist mir als arbeitsscheuem Anhänger desselbigen Konzepts genauso wenig entgangen wie Jan Böhmermanns neuer Show-Partner, Olli Schulz. Etwas kniffliger wird es erst, als nach dem Sieger des Auftaktspringens der Vier-Schanzen-Tournee und dem aktuellen Alter von Queen Elisabeth II. gefragt wird. Quizmaster Christoph scheint offensichtlich Gefallen daran zu haben, die Köpfe zum Rauchen zu bringen, kann er doch nach dem Vorlesen der etwas kniffligeren Fragen sein schelmisches Grinsen nicht mit einem Schluck aus der Bierflasche verbergen.

In der Musikrunde wird zu jeder Frage kurz ein Song angespielt. Anders als bei vielen anderen Quizzen ist in Rostock jedoch Usus, dass nicht nur nach Songtitel und Interpret gefragt wird, sondern auch andere Fragen, die im Zusammenhang zu dem gespielten Lied stehen gefragt werden. Christoph zollt dem verstorbenen Lemmy Kilmister Tribut und spielt einen Song von Motörhead an, den ich – wie ich zu meiner Schande gestehen muss – nicht kenne. Der Moderator outet sich durch sein leichtes aber für einen aufmerksamen Beobachter deutlich erkennbares Mitwippen als Fan handgemachter Musik und möchte vom Publikum wissen, bei welcher anderen Musiklegende Lemmy in seiner Jugend selbst einmal Roadie war. Meine persönliche Lieblingsfrage dieser Runde ist die nach einer regionalen Hip-Hop-Kombo, bei der zwei Künstler mit den großartigen Pseudonymen „Admiral Adonis“ und  „Doktor Damage“ mitwirken. Ein als „One-Hit-Wonder“ betitelter Song,

Doktor Damage

Symbolbild: Doktor Damage von Waving the Guns in der Phantasie des Autors. Ähnlichkeiten mit real existierenden Personen oder Situationen sind rein zufällig.

„Brimful of Asha“ von Cornershop, ruft bei mir lautstarken Protest hervor, den außer meinem Laptop allerdings leider niemand mitbekommt. Als ehemals treuer Fan von VIVA 2 - Leser um die Dreißig sollten sich erinnern - fällt mir spontan ein weiterer Song der Band, nämlich „Lessons learned from Rocky I to Rocky III“, ein, dessen Video ich dort öfter als einmal zu Gesicht bekommen habe.

Um mein erhitztes Gemüt abzukühlen kommt mir die heutige Themenrunde sehr gelegen: „Eis“ ist nämlich das bestimmende Sujet, um das sich diesmal alle Fragen drehen. Neben den Protagonisten aus „Feuer, Eis und Dosenbier“ wird beispielsweise nach der Ehefrau von Ice-T und dem Namen des ewigen Zweiten beim Wettlauf zum Südpol gefragt. Die Nervenkrankheit ALS sollte den Meisten spätestens seit dem Ice-Bucket-Challenge ein Begriff sein. Doch seid mal ehrlich: Wer von euch hätte denn gewusst, dass die Abkürzung für Amyotrophe Lateralsklerose steht? Bei der Frage, auf welchem Planeten des Star-Wars-Universums der Raumhafen Mos EISley liegt, muss ich beide Augen zudrücken: Eines, um den Bezug zu Eis gelten zu lassen und eines ob dieses flachen Wortwitzes. Ich vergebe Christoph diesen Fauxpas jedoch spätestens dann, als er bei der Frage nach dem Namensgeber des „Bum-Bum“-Eises einen Einblick in seine Gedankenwelt gibt. Ob er aus Erfahrung spricht, wenn er auf die Ähnlichkeiten des Gesichts nach dem Verzehr eines „Bum-Bums“ und dem wilden Herumknutschen mit einer osteuropäischen Prostituierten hinweist, wird dabei wohl immer sein Geheimnis bleiben. In meinem Kopf gewinnt das Psychogram von Christoph durch solche Aussagen jedoch immer mehr an Schärfe ...und fängt an mich zu beunruhigen.

In der Bilderrunde muss diesmal das dargestellte Schuhwerk den jeweiligen (oftmals fiktiven) Personen zugeordnet werden. Die meisten Bilder sind recht eindeutig: Sailer Moons rote Stiefel sind unschwer erkennbar und auch Michael Jacksons legendärer Toe Stand ist unverwechselbar. Darth Vader hingegen verrät sich mehr durch einen kleinen Teil seines Lichtschwerts, der in das Bild ragt. Die größten Schwierigkeiten bereiten den Quizzern jedoch zwei weiße Schuhe, die aussehen wie eine seltsame Mischung aus Mokassins und Cowboystiefeln. Als bei der Auflösung der Runde schließlich eröffnet wird, dass es der Sandmann ist, der durch seinen extravaganten Schuh-Geschmack besticht, geht ein “Ahh”-Raunen durch den Bunker.

Stiefel

Extravagantes Schuhwerk - Wer hätte es erkannt?

Jupitermonde, Sat 1 – Superball, österreichische Brotzeiten und Zuchthäuser im Kurfürstentum Sachsen: die „Vermischtes“-Runde hat sich ihren Namen redlich verdient. Nach neun sehr unterschiedlichen Fragen erreicht das Pubquiz seinen intellektuellen Höhepunkt mit der Frage nach dem großen Philosophen, dem die Menschheit den bemerkenswerten Ausspruch „Aus Hackepeter wird Kacke später.“ zu verdanken hat.

Hier noch eine unfassbar geile Überleitung zur Siegerehrung

Im Bunker gewinnt ein Team mit dem wenig appetitanregenden Namen „Tentakelsalat“ mit 41 Punkten und deutlichem Abstand vor dem  wahrscheinlich bekömmlicheren "Gin des Lebens" mit 36,5 Punkten. Auch die Endstände der anderen Locations werden durchgegeben, diese führen jedoch ihre eigenen Siegerehrungen durch. Am schlechtesten schneiden an diesem Abend die Teams im Sumpf ab. Wem es also nur darum geht, einen Preis abzustauben, der sollte sich das nächste Mal wohl am Besten dort einen Tisch reservieren.

Fazit: Ein gut gekleideter Quizmaster mit Vorliebe für "Bum-Bum", liebevoll erstellte Fragen, die stets in eine kleine Geschichte verpackt sind und die Möglichkeit, sich seine Lieblingskneipe auszusuchen, machen das Rostocker Pubquiz zu einem einzigartigen Quiz-Erlebnis, das ich jedem Leser nur uneingeschränkt empfehlen kann.

Erkenntnis des Abends: Aus Hackepeter..., na ja ihr wisst schon.


Das Pubquiz findet jeweils am 1. und 3. Donnerstag des Monats in den oben aufgezahlten Locations statt. Der Eintritt beträgt je nach Spielort 2 oder 3 € pro Spieler. Die maximale Spielerzahl pro Team beträgt 5 Spieler. Für mehr Informationen über das Rostocker Pubquiz, besucht http://deinpubquiz.de/

Kulturkombinat Bunker

Tel.: +49(

Kneipenquiz mit Big Kev Murphy | E-Werk — Erlangen


Anzeige

Wer wird Millionär?

Wer wird Millionär? Werden Sie jetzt Kandidat im Quiz-Studio und gewinnen Sie bis zu 1.000€ pro Runde. Jetzt GRATIS ausprobieren!


Der Schauplatz des zweiten Pubquiz unserer Reihe ist die fränkische Universitätsstadt Erlangen. Im dortigen Kulturzentrum E-Werk ist heute Abend nämlich Big Kev Murphy mit seinem Pubquiz zu Gast. Den umtriebigen Iren, der mit bürgerlichem Namen eigentlich Kevin Dardis heißt, als ein Quizmaster-Urgestein zu bezeichnen ist keineswegs eine Übertreibung, tourt er doch bereits seit 2004 mit dem von ihm entwickelten Quiz-Konzept erfolgreich durch ganz Franken. Wie beliebt das Quiz tatsächlich zu sein scheint, bekommt der Autor am eigenen Leibe zu spüren: Bereits seit mehreren Tagen war die Veranstaltung bis auf den letzten Platz ausgebucht, so dass keine andere Möglichkeit übrig blieb, als alleine an der Theke Platz zu nehmen. (Also bei Interesse frühzeitig einen Tisch reservieren!) Quizmaster Kev scheint die meisten Teams persönlich zu kennen und wird noch bis kurz vor Beginn mit Fragen und Extrawünschen (meist geht es um die ungünstige Zuweisung der Tische) bombardiert.

Big Kev Murphy

Quizmaster Kevin "Big Kev Murphy" Dardis

Mit geringfügiger Verspätung geht es endlich los: Jedes einzelne Team wird mit seinem Namen vom Quizmaster vorgestellt und begrüßt, wobei das Vorlesen des Teamnamens “Die Golfspielerin und ihre Schläger” vom Publikum mit einem kurzen Gelächter quittiert wird. Anders als bei den meisten gängigen Quizformaten üblich gibt es bei Big Kev insgesamt 10 Runden mit je 5 Fragen, die wiederum jeweils einer bestimmten Kategorie zugeordnet sind. Bei den ersten vier Fragen stehen stets vier verschiedene Auswahlmöglichkeiten zur Auswahl, die letzte Frage ist hingegen eine “offene Frage”, bei der man keine Unterstützung bekommt. Dem Alphabet folgend startet Kev mit dem Thema “Aktualität” in die erste Runde: In welchem Land wurde vor kurzem die Homo-Ehe per Referendum abgeschafft? Natürlich Slowenien. Eine Panne bei der Wahl zur Miss World? - Da war doch 'was. Und wie heißt noch mal der aktuelle Ministerpräsident von Italien? Das war doch dieser quirlige, genau, Matteo Renzi. Bei der Frage nach der Lage des größten deutschen Binnensees in der zweiten Kategorie “Erdkunde” kann ich mir ein Grinsen nicht verkneifen, bin ich doch bis zum Vorabend selbst noch an der schönen Müritz gewesen. Nach zwei weiteren Runden (Film & Fernsehen und Geschichte) werden wir um Punkt 21:08 in die “Raucher-/Pinkel-/Schmink-/Kuschel-/Flirt mit dem Quizmaster-Pause” entlassen. Ich widerstehe der Versuchung mich auf einen Flirt mit Kevin einzulassen und bestelle mir stattdessen eine Pflaumensaftschorle, das Spezialgetränk des Hauses, das von den anderen Gästen gerne getrunken zu werden scheint. Überwältigt von meinem neuen Lieblingsgetränk geht es in die erste Runde nach der Pause, eine Musikrunde, in der dieses Mal ausschließlich skandinavische Interpreten erraten werden müssen. Nicht fehlen dürfen natürlich Roxette und auch vor Dr. Alban (von dem wir erfahren, dass er tatsächlich Zahnarzt war) werden wir nicht verschont. Kevin selbst kündigt den “Tiefpunkt seiner Karriere als Quizmaster” an und spielt den Song “Barbie Girl” – natürlich von der Band Aqua – ab.

zwei von Kevins Büchern

zwei von Kevins Büchern

Nach der anschließenden Bildungsrunde “Kunst und Literatur”, in der Kevin anscheinend versucht, den Schaden, den er mit seiner Musikauswahl angerichtet hat, wieder gut zu machen, folgt die langersehnte Spezialrunde, dieses Mal mit dem glibbrigen Thema “Quallen”. Mit fünf von fünf Punkten entpuppen sich zwei Teams als echte Quallenspezialisten, die sogar wissen, dass es natürlich die Mesogloea ist, die den Zwischenraum zwischen der inneren Gastrodermis- und der äußeren Epidermisschicht bei Rippenquallen ausfüllt. In der zweiten “Raucher/…-Pause” erhalte ich von Kevin überraschend ein Präsent überreicht. Ich staune nicht schlecht, als ich sehe, dass er über alle seine Quizze akribisch Buch zu führen scheint und alle Fragen und Gewinnerteams eines Jahres gebunden als “Jahrbuch” herausgibt. Nach der Pause steht die Entscheidung über das Spezialthema beim nächsten Termin an. Dies geschieht basisdemokratisch per Abstimmung mit einer Stimme pro teilnehmendem Team. Der Lokalpatriotismus scheint nicht stark genug ausgeprägt zu sein, so dass sich das Genre “Werbejingles” - aus meiner Sicht überraschend deutlich – gegen “Erlanger Biersorten” durchsetzt. Einen Achtungserfolg erzielt das spannende Thema “Steine”, dem es immerhin gelingt eine einzige Stimme (überraschenderweise vom Team “Flintstones”) auf sich zu vereinen. Nach der Abstimmung vergeht die Zeit wie im Nu und bereits um kurz nach elf stehen “Ants In Ya Pants” als strahlende Sieger des heutigen Abends fest und dürfen sich über 80 Euro, zwei Drittel des Jackpots von 120 Euro, der sich aus der Teilnahmegebühr von 5 Euro pro Team zusammensetzt, freuen. Das zweitplatzierte Team "Lieber Dichter als Denker" erhält immerhin noch 40 Euro für seine respektable Leistung.

Fazit: Ein sympatischer Quizmaster, der auch nach über zehn Jahren ganz offensichtlich Freude an seiner Tätigkeit hat, eine angenehm freundschaftliche Atmosphäre und ein über die Jahre bewährtes Quizkonzept sind die Garanten für einen gelungenen Quizabend.

Erkenntnis des Abends: Vergesst Rhabarber! Pflaumensaftschorle wird das nächste große Ding in Berlin. 😀


Alle Termine und mehr Informationen zum Quizmaster Big Kev Murphy gibt es auf www.bigkev.com.

E-Werk

Fuchsenwiese 1, 91054 Erlangen

Tel.: +49(0)9131-80050

Blick auf die Bar

Fahimi — Berlin-Kreuzberg


Anzeige

Wer wird Millionär?

Wer wird Millionär? Werden Sie jetzt Kandidat im Quiz-Studio und gewinnen Sie bis zu 1.000€ pro Runde. Jetzt GRATIS ausprobieren!


Für den allerersten Quiz-Bericht verschlägt es das Pubquiztime-Team nach Berlin, genauer gesagt direkt ans Kottbusser Tor, dem niemals zur Ruhe kommenden Ort im Herzen Berlin-Kreuzbergs. Dass auch das Fahimi keine gewöhnliche Cocktailbar ist, wird einem spätestens in dem Moment klar, in dem man verwundert das eher ausladende Treppenhaus betritt. Nach anfänglichen Zweifeln, ob wir nicht fälschlicherweise einen Zugang zum angrenzenden Parkhaus genommen haben, betreten wir neugierig eine der zahlreichen verborgenen Theken Berlins. Die stilvoll eingerichtete Bar ist abgedunkelt und dezent beleuchtet, was eine angenehme schummrige Atmosphäre erzeugt, in der man das bunte Treiben draußen am Kotti sofort vergessen hat. Das anwesende, zumeist internationale Publikum unterhält sich angeregt auf Englisch und macht einen sehr entspannten Eindruck.

In der Fahimi-Bar

In der Fahimi-Bar

Die im Internet als Quiz-Beginn angegebene Zeit von 20 Uhr erweist sich eher als unverbindlicher Richtwert, sodass der aufregende Teil des Abends gegen halb neun langsam beginnt. Das Quiz wird heute, wie uns später mitgeteilt wird, ersatzweise von Andreas, einem sympathischen jungen Dänen durchgeführt, der das Publikum anstelle des regulären Hosts Adam jedoch souverän durch die insgesamt 5 Runden á 10 ausschließlich in englisch gehaltenen Fragen führt. Eine Besonderheit des Quiz stellt neben einer Musik- und einer Bilderrunde (diese Woche müssen charakteristische Gegenstände den jeweiligen Filmen zugeordnet werden), der von Runde zu Runde ansteigende Schwierigkeitsgrad dar. Während wir in der ersten Runde noch problemlos erkennen, dass es sich bei HEMNES und LIATORP um IKEA-Möbel handelt, muss sich unser Team in der dritten regulären Runde spätestens bei der Hauptstadt von Tuvalu (natürlich "Funafuti") geschlagen geben und mit einem einzigen Punkt begnügen. Die Musikrunde steht heute ganz im Zeichen von Trennung und Herzschmerz, was jedoch ein wenig an Dramatik einbüßt, als Andreas uns eröffnet, dass alle Lieder in der Version des Wellington International Ukulele Orchestra abgespielt werden. Nach erstaunlich langen 15 Minuten Ukulele-Musik müssen alle Teams die Antworten der Musikrunde zusammen mit denen der Bilderrunde abgeben, damit die finale Auswertung beginnen kann.

Blick auf die Bar

Blick auf die Bar

Mit respektablen 33.5 Punkten erringt schließlich ein Team mit dem Namen "Tricovians" den Sieg. Das Gewinnerteam muss nun sein Losglück beweisen: Ob der aus den Teilnahmegebühren (1 € / Spieler) angesammelte Jackpot, der sich diese Woche bereits auf über 260 Euro beläuft, ausgeschüttet wird oder ob sich das siegreiche Team mit einem der ausschließlich alkoholischen Trostpreise, einer Runde Shots oder einer Flasche Wein, begnügen muss, entscheidet sich nämlich per Los. Der vom Team bestimmte Vertreter beweist ein glückliches Händchen, so dass der Quiz-Abend unter dem tosenden Jubel seiner Teamkameraden und mit einem geknackten Jackpot zu Ende geht.

Fazit: Wer Lust auf ein anspruchsvolles Quiz in gemütlicher Atmosphäre mit internationalem Publikum hat, ist im Fahimi goldrichtig.

Erkenntnis des Abends: Neuseeland hat ein internationales Ukulele-Orchester!


Fahimi

Skalitzer Str. 133, 10999 Berlin

Tel.: +49(0)30 61656003

Pubquiztime — Facebook

Teilen auf